Adoption

Adoption

Eine würdige Alternative?

Adoption ist eine andere Art, Kinder zu bekommen.
In Deutschland ist die Nachfrage nach Adoptivkindern grösser als die Zahl der zur Adoption freigegebenen Kinder. Mehr als 20.000 Paare, etwa 15% der ungewollt Kinderlosen in Deutschland, bewerben sich jährlich um ein Adoptivkind. Aber nur für etwa 4.000 erfüllt sich der Wunsch. Die Zahl ausländischer Kinder, die adoptiert wurden, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. 

Vor der Adoption stehen lange Gespräche, Überlegungen, Formalitäten, Zweifel, Frustrationen - aber auch Freude und Erwartung. Wartezeiten von drei Jahren und mehr sind nicht ungewöhnlich. 

Menschen, die sich entschliessen, ein Kind zu adoptieren, haben gute Gründe:
Sie können keine eigenen Kinder bekommen, sich aber ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen.
Sie haben schon eigene Kinder und möchten einem weniger begünstigten Kind ein Zuhause geben.
Sie möchten aus Überzeugung keine eigenen Kinder in die Welt setzen, dafür aber einem benachteiligten Kind ihre ganze Zuwendung schenken. 


Voraussetzung für die Adoption nach Deutschem Recht: 

Der/die Adoptierende muss mindestens 25 Jahre alt und unbeschränkt geschäftsfähig sein. Bei einem gemeinschaftlich adoptierenden Ehepaar muss einer 25, der andere mindestens 21 sein. Ehepartner können grundsätzlich nur gemeinsam adoptieren.

Eine Höchstaltersgrenze für Adoptiveltern ist im Gesetz nicht vorgesehen.Die Praxis zeigt allerdings, dass in der Regel Säuglinge und Kleinkinder nicht an Ehepaare über 35 Jahre vermittelt werden. 

Keine Beschränkungen gibt es hinsichtlich der Staatsangehörigkeit. Bei einer Adoption erlischt das Verwandtschaftsverhältnis zu den leiblichen Eltern und Geschwistern. Ausländische Kinder erwerben durch die Adoption die deutsche Staatsbürgerschaft. 

Vom Gedanken an Adoption bis zur Realisierung sind mehrere Schritte zu gehen: Kontaktaufnahme mit einer anerkannten Vermittlungsstelle, Vermittlung durch eine zuständige Organisation, dann endlich die Übergabe des Adoptivkindes, und danach die bis zu zweijährige Wartezeit bis zur rechtsgültigen Adoption. Während dieser Übergangszeit besteht ein Pflegschaftsverhältnis, es besteht enger Kontakt zwischen den Behörden und der jungen Adoptiv-Familie. 

Anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen finden Sie bei den Jugendämtern und Landesjugendämtern, ebenso bei einer Anzahl von Organisationen aus dem sozialen und kirchlichen Bereich. 

Die Adoptionsvermittlung durch Personen oder Institutionen, die dafür keine Zulassung besitzen, ist gesetzlich verboten. Die Vermittlung solcher gewerblichen Agenturen kann für die Bewerber dazu führen, dass die Adoption durch das Vormundschaftsgericht versagt wird. Durch diese Bestimmungen soll dem internationalen Kinderhandel entgegengewirkt und verhindert werden, dass Kinder von Personen adoptiert werden, die dafür nicht geeignet sind. 

Die anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle benötigt ein Elterngutachten des örtlichen Jugendamts. Dieses wird mit großer Sorgfalt und entsprechendem Zeitaufwand erstellt und ist mit einer gründlichen Untersuchung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Bewerber verbunden. 

Das Gesetz sieht vor, dass die Adoption in der Regel erst nach einer Probezeit ausgesprochen wird. Während dieser Zeit (realistisch sind 12 - 24 Monate) besteht ein Pflegeverhältnis. Aus diesem Grund muss eine Pflegeerlaubnis beim Jugendamt beantragt werden. 

Vor der ersten Kontaktaufnahme können Sie schon einiges vorbereiten: 

Unterlagen für die Adoptionsvermittlungsstelle

 

  • Geburtsurkunde beider Partner, Heiratsurkunde, Stammbuch, evtl. Geburtsurkunden bereits existierender Kinder
  • Heiratsurkunde, Auszug aus dem Familienregister
  • Scheidungsurteil bei vorrausgegangener Scheidung
  • Pflegeerlaubnis (Beantragung beim Jugendamt)
  • Referenzen, Leumundzeugnis
  • Gesundheitszeugnis (Hausarzt oder Gesundheitsamt)
  • Lebenslauf (handschriftlich)
  • Polizeiliches Führungszeugnis,
  • Staatsangehörigkeitsnachweis
  • Vermögensnachweis
  • Einkommensnachweis
  • Bei Adoption eines ausländischen Kindes: beglaubigte Übersetzungen aller Urkunden in der Amtssprache des jeweiligen Landes


Ein Kind aus dem eigenen Land zu adoptieren, ist eine Möglichkeit. International sind die Chancen vielfältiger und mit geringerer Wartezeit verbunden. Die Not der Kinder in Entwicklungsländern ist ein anderes, wichtiges Kriterium. Die Chancen, ein Baby oder Kleinkind zu adoptieren, sind ebenfalls grösser.
Es ist für Deutsche möglich, eine Adoption im Ausland nach ausländischem Familienrecht durchzuführen. Wenn der Familienwohnort in Deutschland liegt, sollten Sie die Frage nach der Anerkennung vor der Einreise des Kindes klären. 

Deutsche Vormundschaftsgerichte sind international zuständig, wenn der Adoptierende, einer der annehmenden Ehegatten oder das Kind entweder Deutscher ist oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. 

Die Anerkennung eines ausländischen Adoptionsvertrages setzt voraus, dass die Annahme des Kindes auf der Entscheidung eines Gerichtes oder einer dem deutschen Vormundschaftsgericht vergleichbaren Behörde beruht. Adoptionen durchvertragliche Abmachung zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern genügen nicht, auch nicht, wenn sie behördlich registriert werden. 

Die ausländische Entscheidung darf nicht im Widerspruch zu Grundsätzen deutschen Rechts stehen. Das Wohl des Kindes muss gewahrt sein. Unlautere Motive wie die Ermöglichung der Einreise nach Deutschland gegen die Bestimmungen des Ausländerrechts führen zu rechtlichen Verwicklungen, unter denen letztendlich das Kind am meisten leidet. 

Es gibt in Deutschland keine zentrale Instanz, d.h. jede deutsche Behörde (Vormundschaftsgericht) muss über die Wirksamkeit und Rechtsgültigkeit einer Adoption auch nach ausländischem Recht in eigener Verantwortung entscheiden. 

Selbsthilfegruppen - oft erfahrene Adoptiveltern - geben Unterstützung zu Fragen der Adoption und sind Ansprechpartner für Adoptiveltern und -kinder. 

Wer ein Kind adoptiert hat, hat meistens einen langen Weg hinter sich. Mehrere Jahre können vergehen, bis alle formalen Hürden überwunden sind. Viele Entscheidungen müssen getroffen werden, Formalitäten und Bedingungen müssen erfüllt sein. Am Ende steht eines: 

Die Chance für ein Kind auf eine bessere Zukunft - eine Zukunft mit Menschen, die ihm Liebe und Geborgenheit entgegen bringen möchten.

Hier finden Sie weitere Informationen:

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