Braxton-Hicks-Kontraktionen

Schwangerschaft: Was bedeutet es, wenn der Bauch öfter hart wird?

Meist handelt es sich beim Hartwerden des Bauches im letzten Drittel der Schwangerschaft - selten auch schon mal im 2. Drittel - um eine Art Übungswehen, die auch Schwangerschafts- oder Vorwehen, wilde oder falsche Wehen genannt werden. Medizinisch korrekt heißen sie Braxton-Hicks-Kontraktionen. Sie gehören zur Schwangerschaft und werden durch das Hormon Oxytocin ausgelöst. Der Bauch kann an manchen Tagen mehrmals hart werden, aber auch in grossen Abständen. Viele Frauen bemerken auch gar kein Hartwerden des Bauches.

 

Die Braxton-Hicks-Kontraktionen dienen der Vorbereitung auf die eigentliche Geburt. Sie trainieren gewissermassen die Gebärmutter auf ihre bevorstehende Aufgabe. Der Bauch wird dabei hart, weil sich die Gebärmutter zusammenzieht, meist geschieht das schmerzlos. Obwohl diese Übungswehen auch manchmal unangenehm bis schmerzhaft sein können, unterscheiden sie sich von den echten Geburtswehen vorrangig dadurch, dass sie keine Wirkung auf die Öffnung des Muttermundes haben, also keine geburtseinleitende Bedeutung. Besonders in den letzten Wochen vor der Geburt ist es für die meisten Frauen aber oft schwierig, zu unterscheiden, um welche Sorte von Wehen es sich denn nun handelt.

 

Braxton-Hicks-Kontraktionen sind fast immer unregelmässig und werden auch nicht von Schleim- oder leichten Blutabsonderungen begleitet wie das häufig bei Geburtsbeginn der Fall ist. Im Gegensatz zu echten Geburtswehen verschwinden sie auch beim Laufen, Ausruhen, Entspannen, Baden oder Hinlegen wieder. Viele Frauen reiben in der Schwangerschaft oft liebevoll instinktiv oder auch bewusst ihren Babybauch und tragen damit vermutlich dazu bei, dass der Bauch hart wird, weil Braxton-Hicks-Kontraktionen ausgelöst werden.

 

Weil es nicht immer leicht ist, Braxton-Hicks-Kontraktionen von echten Wehen zu unterscheiden, ist es auch völlig richtig, die Hebamme oder den betreuenden Frauenarzt zu kontaktieren, wenn Unsicherheit besteht. In aller Regel sind echte Wehen, die zur Geburt des Kindes führen, deutlich länger, sie kommen auch regelmässiger und bewirken eine Öffnung des Muttermundes und eine Verkürzung der Zervix.

Das hift, wenn die Braxton-Hicks-Kontraktionen als unangenehm empfunden werden: Lagewechsel, eine entspannende und bequeme Position, auch eine Ruhepause, ein (nicht zu) warmes Bad, ein grosses Glas lauwarmes Wasser oder Tee, um ein evt. bestehendes Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Und bald ist der Bauch nicht mehr hart.

Warum Braxton-Hicks:
Benannt nach dem britischen Arzt John Braxton Hicks (1823-1879), der 1872 in seiner wissenschaftlichen Abhandlung "On the contractions of the uterus throughout pregnancy. Their physiological effects and their value in the diagnosis of pregnancy" solche Kontraktionen der Gebärmutter beschrieb, die keine direkte geburtsrelevante Bedeutung haben.

Geburtskanal Redaktion, Juni 2014
Silvia Skolik

Zurück