Familientherapie / Familienberatung

Familientherapie als Chance

Mut zum Beschreiten neuer Wege"Kinder aufzuziehen ist wahrhaftig eine[ Generalüberholung der eigenen Persönlichkeit."
(Steve und Sharon Biddulph in 'Wie die Liebe bleibt')

 

Inhalt:

  • Einleitende Gedanken
  • Die ideale Familie…
  • Was führt zu Problemen in der Familie?
  • Wann kann / sollte Familientherapie in Anspruch genommen werden?
  • Was bedeutet Familientherapie genau? 
    - Die klinische (psychosomatische) Paar- und Familientherapie 
    - Die systemische Familientherapie 
    - Die aufsuchende Familientherapie
  • Wo wird Familientherapie angeboten? 
    - Kosten für Familientherapie
  • Begriffserläuterung
  • Weiterführende Information, Links und Literatur

 

Einleitende Gedanken

"Genau wie das Schicksal eines Seemanns davon abhängt, 
dass er etwas über den Eisberg unter Wasser weiss, 
so hängt das Schicksal einer Familie davon ab, 
ob die Gefühle, Bedürfnisse und Verhaltensmuster verstanden werden, 
die hinter den täglichen familiären Geschehnissen liegen."
 
(Virginia Satir, Pionierin der Familientherapie)

An Elternpaare werden zweifellos hohe Anforderungen gestellt und nicht alle sind darauf vorbereitet oder diesen Aufgaben immer voll gewachsen. Das tägliche Familien-Management ist eine Herausforderung auch für die elterliche Partnerschaft. Immerwährendes Verständnis und dauerhafte Harmonie passiert nicht von alleine, sondern erfordert Aufmerksamkeit und Zeit füreinander, natürlich auch Liebe zueinander. Eltern sollen (wollen) allen Wünschen und Ansprüchen gerecht werden - auch den eigenen. Sie wollen natürlich alle das Beste für ihre Kinder und für ihren Partner. Dafür müssen sie sensibel und wach bleiben, flexibel, aufgeschlossen und lernbereit sein, einen hohen emotionalen und arbeitsmässigen Einsatz leisten, mit knapper Freizeit und wenig Schlaf auskommen, die privaten Wünsche öfter hinten an stellen und auch noch den vielfältigen ausserfamiliären Verpflichtungen gerecht werden (Beruf und soziale Kontakte). Wie bringt man das alles unter einen Hut? Und was, wenn es (mal) nicht klappt?

 

Die ideale Familie…

Viele Eltern fühlen sich überfordert oder isoliert und im Stich gelassen in ihren Bemühungen um eine seelisch gesunde Familienführung, die allen gut tut. Sie werden dem Bild von der sogenannten Idealfamilie nicht gerecht - manchmal auch nicht ihren eigenen Ansprüchen und Wunschvorstellungen. Das nicht sonderlich familienfreundliche gesellschaftliche System, in dem wir integriert sind, macht es auch nicht gerade einfach, so zu leben wie wir eigentlich möchten und es brauchen: nämlich in Ruhe und Frieden in unserem Zuhause und gemeinsam mit den Menschen, die wir lieben und von denen wir geliebt werden - und in einem stabilen und zuverlässigen sozialen Umfeld. 

Unser ökonomisches und soziales Gefüge wackelt seit einer Weile, immer mehr Arbeitsplätze sind gefährdet - und damit wird auch die Versorgung von Familien unsicher und deren wirtschaftliche Sicherheit ist gefährdet. Unsere gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht familienfreundlich (genug) ausgerichtet: es mangelt oft an einer grundsätzlich kinder- und familienfreundlichen Einstellung, an finanzieller Unterstützung für Familien, an frauen- und familiengerechten Arbeitsplätzen und -zeiten, an familienfreundlichen Wohnungen und an Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Der (staatlich beteuerte) Schutz der Familien ist nur bedingt gegeben, sicher nicht im wünschenswerten Umfang. Von sozialer Gerechtigkeit kann nicht die Rede sein. 

Bis heute liegt die Hauptlast der Familienfürsorge bei den Müttern, meist neben der Beruftätigkeit. Das Muttersein ist gesellschaftlich als selbstverständliche und natürliche Aufgabe - im Sinne von sorgen, aufziehen, erziehen - definiert und gefordert und es wird erwartet, dass Mütter diese anspruchsvolle Aufgabe auch rundum gut erfüllen. Die Vaterrolle ist dagegen vage und es wird allgemein eher akzeptiert, wenn Väter sich menschlich weniger involvieren und ihre Verantwortung innerhalb der Familie im Wesentlichen auf die materielle Versorgung beschränken. Die innerfamiliäre Aufgabenverteilung ist häufig unausgewogen und die Rundum-Verantwortung der Mütter übergross. Grosseltern und andere Verwandte sind nicht immer da oder bereit, hilfreich einzuspringen und Erleichterung (oder freie Zeit) zu verschaffen. Oft brauchen sie selber familiäre Unterstützung. 

Die traditionellen Familienstrukturen ändern sich, viele Lebenskonzepte auch. Die Trennungsrate ist erschreckend hoch und steigt dramatisch. Die Scheidungsrate im deutschsprachigen Raum beträgt zwischen 35 und 45%, die meisten Ehen werden auf Initiative der Frauen geschieden, viele in den ersten 7 Jahren nach der Hochzeit. Es gibt in Deutschland fast 3 Millionen Alleinerziehende und entsprechend viele Kinder, die (überwiegend) mit einem Elternteil aufwachsen - meist mit der Mutter - und oft unter erschwerten Lebensbedingungen. Jedes Jahr kommen etwa 20.000 sogenannte Scheidungswaisen dazu (BRD). Die "Patchwork-Familien" (neue Partnerschaften, Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen) haben andere Problemstellungen zu bewältigen, viele dieser Lebensgemeinschaften gehen wieder auseinander. Die gesellschaftliche Unterstützung bei familiärer Dauerbelastungen (z.B. bei Behinderung oder Krankheit) ist ebenfalls unzureichend. In vielen nach aussen hin intakten "normalen" Vater-Mutter-Kind-Familien schwelt es… Verhaltens- und psychisch gestörte Kinder und Jugendliche gibt es in zunehmendem Umfang, ebenso eine steigende Anzahl psychisch kranker Erwachsener. Um all dies zu ändern oder zu vermeiden, ist das soziale Verantwortungs-Bewusstsein jedes Einzelnen gefragt.

"To put the world right in order, 
we must first put the nation in order. 
To put the nation in order, 
we must first put the family in order. 
To put the family in order, 
we must first cultivate our personal life, 
we must first set our hearts right." (Confucius)

 

Was führt zu Problemen in der Familie?

Gründe, die zu Schwierigkeiten innerhalb der Familie führen können: 
Stress durch Überforderung / Dauerbelastung, erschwerte soziale Randbedingungen, unerwartete oder veränderte Lebensbedingungen, unzureichende Kommunikation, ungleiche Arbeitsverteilung (falsches Rollenverständnis), Zeitmangel (durch falsche Prioritätensetzung), anhaltende Partnerschafts- oder innerfamiliäre Konflikte, Schulschwierigkeiten, Probleme am Arbeitsplatz, Krankheiten, finanzielle Notlagen, unerwartete Schicksalsschläge u.a. Für die Eltern ist es im (Familien-)Alltag oft nicht leicht, ihre eigene Zweierbeziehung zu leben. Frustrationen scheinen unvermeidbar. Am gutem Willen, alles friedlich zu meistern und allem (allen) gerecht zu werden, fehlt es meistens nicht, oft aber daran, das WIE im Alltag umzusetzen. 

Innerfamiliäre Probleme sind im Entstehungsprozess für den einzelnen Betroffenen manchmal noch gar nicht recht zu definieren oder zu artikulieren. Oft beginnen sie mit einem vagen Missempfinden, das langsam aber stetig das positive Grundgefühl - sich gut aufgehoben fühlen, einander vertrauen, Zufriedenheit, Glück, sich rundum Wohlfühlen, positive Persektiven haben - beeinträchtigt. Vielleicht fällt zuerst auf, dass die Kommunikation gestört ist, dass keine freundschaftlichen fruchtbaren Dialoge mehr stattfinden und nicht genug unbeschwerte Zeit füreinander da ist. Ratlosigkeit macht sich breit. Das Glücksgefühl fehlt auf einmal. Ungute Gefühle können entstehen, Enttäuschung, Entfremdung, Zorn, Verzweiflung… Das kann zu Resignation und Rückzug führen. Die Partnerschaft und die Familie - die Basis der Gesellschaft - wird instabil und droht zu zerbrechen. 

Wenn sich Probleme in der Familie (oder zwischen dem Elternpaar) nicht mit den bekannten und vertrauten Möglichkeiten und aus eigener Kraft lösen lassen, ist es Zeit, andere Optionen in Betracht zu ziehen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, dann Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sollte das im persönlichen Umfeld nicht (mehr) gelingen, kann professionelle Unterstützung gesucht werden, wie sie in der Familientherapie angeboten wird. Es ist möglich, aus eingefahrenen - manchmal unguten - Verhaltensweisen und (zer-)störenden Kommunikationsmustern auszubrechen und andere Wege zu suchen und zu beschreiten, bevor das Kind ganz in den Brunnen fällt. Mit Rückzug ist niemandem geholfen und durch Resignation, Verdrängen oder Verleugnen können Probleme auch nicht gelöst werden, sie werden nur verschleppt. Es lohnt sich, den "Zellkern der Zivilisation", wie die Familie auch genannt wird, zu beschützen und zu verteidigen. Das Glück der eigenen Familie - und damit das jedes Einzelnen - ist es wert, Einsatz zu zeigen und Hilfe zu suchen und auch anzunehmen.

 

Wann kann / sollte Familientherapie in Anspruch genommen werden?

Dann ist Familientherapie ratsam:

  • bei chronischen Partnerschafts- und Ehekonflikten
  • wenn länger andauernde Erziehungsprobleme auftreten
  • bei gestörter oder fehlender Kommunikation (Agression, Rückzug)
  • bei Unzufriedenheit, Resignation und unlösbaren Spannungen
  • bei akuten Lebens- / Beziehungskrisen
  • bei Verhaltensauffälligkeiten und Straffälligkeit
  • bei psychischen oder chronischen Erkrankungen in der Familie
  • wenn es zu Gewalt innerhalb der Familie kommt
  • bei sexuellem Missbrauch (bzw. bei Verdacht darauf)
  • wenn es Alkohol- oder Drogenprobleme gibt
  • in Multi-Problem-Familien
  • bei Schicksalsschlägen (Unfall, schwere Krankheit, Tod, Trennung)
  • bei oder nach traumatischen (unbewältigten) Ereignissen
  • bei zu erwartenden schwerwiegenden Einschnitten / Veränderungen

 

Was bedeutet Familientherapie genau?

Familientherapie * ist keine eindeutige Therapierichtung, sondern eher als eine Therapie mit Familien zu verstehen, individuell zugeschnitten auf die jeweilige Situation und die Lebensumstände. Aus der therapeutischen Arbeit mit Familien ist die systemische * Therapie (als eine Möglichkeit) entstanden. Daneben gibt es noch andere Behandlungsrichtungen, wie die psychoanalytische und die verhaltenstherapeutische Familientherapie. Das gilt ebenso für die Paar-Therapie. 

Familientherapie will die Stärken des Einzelnen bewusst machen und mobilisieren, damit sich verfahrene Situationen beruhigen, der entstandene Stress reduziert wird und Verhaltensweisen sich zum Besseren - und zum gegenseitigen Wohl innerhalb der Familie - verändern können. Wünsche und Vorstellungen sollen klar definiert werden. Es sollen Alternativen zu Resignation, Trennung und Abbruch menschlicher Beziehungen eröffnet werden. 

Es geht immer darum, Hilfestellung aufzuzeigen und ganzheitliche Lösungen für Konflikte in der Familie zu finden: durch Beratung / Therapie des Einzelnen oder der Eltern gemeinsam, mit mehreren Familienmitgliedern und/oder mit der ganzen Familie. Durch entsprechende individuelle Behandlung - Stressreduzierung, Reflektion und Wecken von Bewusstsein, Anleitungen, Lösungsfindung - sollen gestörte Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Familie "entknotet" und in harmonische Bahnen gelenkt werden. Das geschieht auch durch fruchtbare Dialoge, die zu Einsicht und gegenseitigem echten Verständnis und veränderten Verhaltensweisen führen können. Dabei können sich kurz- und längerfristig auch andere als die vielleicht erwarteten Resultate ergeben und andere Lebensformen entwickeln: vielleicht unkonventionelle, mit denen aber ein für alle zufriedenstellender Umgang (wieder) möglich wird. 

Als Familientherapeuten fungieren neben Fachärzten für Psychiatrie und den Diplom-Psychologen (Psychotherapeuten) auch besonders geschulte Fachleute aus dem Bereich der psychosozialen und medizinischen Berufe. Die Therapie kann auch mit einem Team stattfinden, zu dem z.B. auch Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Gestalt- und Körpertherapeuten gehören können. 

Unterschiedliche Behandlungstechniken und -schwerpunkte machen die Familientherapie sehr komplex und vielseitig anwendbar. Eingesetzt werden z.B. auch Verhaltens- und Gesprächstherapie, Psychoanalyse, Familienaufstellung, Kommunikationstrainung, Kunsttherapien, Körper- und Entspannungstherapien und Soziotherapie zum Training sozialer Fertigkeiten. Welche Verfahren therapeutisch eingesetzt werden können, hängt vom individuellen Bedarf und auch von den regionalen Möglichkeiten/Angeboten ab. 

Die klinische (psychosomatische) Paar- und Familientherapie 
An Kliniken findet diese Therapie in den Abteilungen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie statt. Sie kann sich über einen kurzen Zeitraum (lösungsorientierte Kurzzeittherapie) oder einen langen Zeitraum erstrecken, oftmals mit grossen Zeitspannen zwischen den einzelnen Sitzungen, die der Familie (dem Paar) die Gelegenheit geben, neue Erkenntnisse und Ansätze (Interaktion, Kommunikation, Verhalten) umzusetzen und zu "üben". 

Die systemische Familientherapie * 
ist ein eigenständiges Behandlungsverfahren. Sie betrachtet das Problem eines einzelnen Familienmitgliedes nicht isoliert, sondern bezieht das Verhalten aller Familienmitglieder mit ein. Innere (oft verdrängte) Prozesse und Ordnungen in der Familie sollen verstanden werden. Verborgene Strukturen und Bindungen werden so erfahrbar. Das Beziehungsgeflecht wird dann Stück für Stück entwirrt. Der/die Therapeut/-in gibt Hilfestellung und zeigt Lösungswege auf, um Beziehungen zu "entknoten" und Wege zu finden, die das gemeinsame Leben wieder harmonisch werden lassen. Wie oft und wie häufig diese Sitzungen stattfinden, hängt von den individuellen Problemstellungen und den Menschen ab. Die Therapie erstreckt sich in der Regel über mehrere Monate, es kann auch hier kurzzeitige Therapien geben. 

Die aufsuchende Familientherapie 
bedeutet, dass der Therapeut die Familie zuhause besucht. Wenn möglich, nehmen alle Familienmitglieder gemeinsam teil. Es können aber auch nur einige oder wechselnd Familienmitglieder teilnehmen, je nach Konfliktstellung. Diese Therapie kann sehr individuell gestaltet werden. Ziel ist auch hier die Bewusstmachung der Beziehungsprobleme und Ursachen, sowie Hilfestellung zum friedlichen und harmonischen Umgang aller Mitglieder in der Familie. Dauer und Häufigkeit ist ebenfalls abhängig von der Gesamtsituation. Ein Zeitrahmen von einem Jahr oder mehr ist nicht unüblich.

 

Hier wird Familientherapie angeboten:

- Abteilungen grosser Kliniken (Psychosomatik) 
- Fachpraxen (Psychiater, Psychologen) 
- Fachspezifische Initiativen und Vereine 
- Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe 
- Wohlfahrtsverbände, Soziale Dienste, kirchliche Institutionen 
- unabhängige Familienberatungsstellen / Beratungsgemeinschaften 
- Therapeuten mit unterschiedlicher Ausbildung in freier Praxis 

Die Kosten für Familientherapie 
werden von den Krankenkassen getragen, wenn die Therapie bei einem Facharzt für Psychiatrie oder bei einem Psychologen stattfindet oder in Zentren, die meist den grösseren (Uni-)Kliniken angeschlossen sind. Manchmal übernimmt das Jugendamt die Kosten, wenn die Behandlung von anderen anerkannten Institutionen durchgeführt wird. Manche Institutionen oder Therapeuten in freier Praxis bieten einen verhandelbaren, einkommensabhängigen Beitrag an. Auf jeden Fall ist eine solche Therapie - auch aus der eigenen Tasche bezahlt - letztendlich immer billiger und vor allem lohnenswerter als eine Trennung / Scheidung oder eine zerrüttete Familie mit allen ihren Folgen für jeden Einzelnen. 

Familientherapie kann als Chance begriffen werden: zum Beschreiten neuer, gemeinsamer und positiver Wege als Familie * und zum Vermeiden von Familiendramen und traumatischen Folgen von Trennungen.

Begriffserläuterung:

* Familie wird in diesem Zusammenhang verstanden als ein Mehrpersonensystem, dessen Mitglieder dauerhaft zusammenleben in Intimität, Privatheit und mit gemeinsamer Geschichte und Zukunftsvorstellungen. Das Familiensystem umfaßt dabei in der Regel zwei Generationen der leiblichen, Adoptiv-, Pflege- oder Stiefeltern und der leiblichen, Adoptiv-, Pflege- oder Stiefkinder sowie Paare und Partnerschaften. (AWMF online, Leitlinien zur Familientherapie) 

* Familientherapie [ist] ein psychotherapeutischer Ansatz, mit dem Ziel, Interaktionen zwischen einem Paar, in einer Kernfamilie, in einer erweiterten Familie oder zwischen einer Familie und anderen interpersonellen Systemen zu verändern und dadurch Probleme einzelner Familienmitglieder, Probleme von Familiensubsystemen oder der Gesamtfamilie zu lindern. 
(Wynne, AWMF online, Leitlinien zur Familientherapie) 

* Die systemische Psychotherapie, die systemische Beratung und die systemische Supervision bauen auf modernen Konzepten system- theoretischer Wissenschaft auf, die mittlerweile Eingang in alle Disziplinen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften gefunden haben. Sie ermöglichen es, komplexe Phänomene, die menschliches Leben und Zusammenleben charakterisieren, komplexitätsgerecht aufzufassen und eine passende Methodik zu ihrer Behandlung zu entwickeln. Nach systemischem Verständnis ist der Mensch immer zugleich als biologisches und als soziales Wesen zu betrachten. (Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie www.dgsf.org) 

* Systemisches Denken erfaßt Ganzheiten und nicht Individuen. Es achtet auf die in diesen Ganzheiten geltenden Regeln und die in und zwischen ihnen bestehenden Wechselwirkungen. Das systemische Denken verläßt somit die die Kategorien von Ursache - Wirkung (und damit Schuld) zugunsten einer zirkulären Sichtweise. Alles im System ist aufeinander in Wechselwirkung bezogen. Menschen sind keine isolierten Einzelwesen, und daher ist jede Handlung darauf zu befragen, welche Bedeutung sie für das System hat, in dem der Mensch lebt. (Arist von Schlippe - Familientherapie im Überblick)

"Sehen und hören was wirklich ist - nicht, was sein sollte… 
sagen was ich denke - nicht, was ich sagen sollte… 
fühlen was ich wirklich fühle - nicht, was ich fühlen sollte… 
fordern, was ich möchte - nicht immer auf Erlaubnis warten… 
Risiken eingehen - ohne mich immer erst abzusichern." 
(Virginia Satir, 1916-1988)

© Silvia Skolik, Juni 2004 
Philip L. Cauldner Ph. D., C. Psych. 

[Quellen und Literaturverweise auf Anfrage]



Weiterführende Information:

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