Jodmangel

In der Schwangerschaft ist eine ausreichende Versorgung mit Jod besonders wichtig! 

Der Arbeitskreis Jodmangel informiert hierzu: 


Große Not bei zu wenig Jod 

Jodmangel in der Schwangerschaft: Eine Gefahr für Mutter und Kind - Bessere Jodversorgung von Schwangeren und Stillenden gefordert 

Trotz verbesserter Jodversorgung leiden in Deutschland immer noch 15 Prozent aller Schwangeren und Stillenden an einer Schilddrüsenunterfunktion, die auf Jodmangel in der Nahrung zurückzuführen ist, so der Hamburger Frauenarzt und Schilddrüsenexperte Professor Dr. Heinz G. Bohnet. Dies bedeutet für jede sechste Mutter das Risiko, dass sich in der Schwangerschaft ein Kropf entwickelt. 

Gravierender noch ist jedoch das Risiko für das betroffene Kind, das vor der Geburt und während der Stillzeit auf die Jodversorgung durch die Mutter angewiesen ist. Selbst bei einer leichten, oft nicht erkannten jodmangelbedingten Schilddrüsenunterfunktion bei der Mutter kann die geistige Entwicklung des Kindes gefährdet sein, warnt Bohnet. Später kann dies sogar zu einem niedrigeren Intelligenzquotienten führen. 

Obwohl diese Mangelsituation schon seit Jahren bekannt ist und auf die Folgen wie auch die sich bietenden Abhilfemöglichkeiten immer wieder hingewiesen wird, hat sich die Jodversorgungssituation bei Schwangeren und Stillenden nicht verbessert. Im Gegenteil: Die Begrenzung der Arzneimittelausgaben durch die Krankenkassen hat diesen Zustand 1999 sogar noch verschlimmert, indem die Versorgung der Schwangeren und Stillenden mit Jodtabletten deutlich zurückgegangen ist. Dabei sind diese dringend notwendig, um den erhöhten Jodbedarf während der Schwangerschaft und Stillzeit zu decken. 

Die Experten des Arbeitskreises Jodmangel um Professor Bohnet fordern deshalb, den "Jod-Notstand" bei Schwangeren und Stillenden möglichst rasch zu beseitigen. Dazu gehört der regelmäßige Verzehr von Seefisch und Milch sowie die ausschließliche Verwendung von Jodsalz im Haushalt ebenso wie eine zusätzliche Jodzufuhr über Tabletten. Auch die Lebensmittelindustrie könnte zur Verbesserung der Jodzufuhr beitragen, wenn sie in verstärktem Maße Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt sind, anbieten würde. Bäcker und Fleischer sind hier bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. 

Parallel dazu müssen aber auch Schwangere und Stillende gezielter über die Risiken des Jodmangels, insbesondere für ihr Kind, aufgeklärt werden. Hier sind vor allem Ärzte, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Apotheker gefordert. Des Weiteren sind entsprechende Prophylaxemaßnahmen im Rahmen der Schwangeren-Betreuung erforderlich. Dazu gehören bei einer Schwangerschaft die Überprüfung der Schilddrüsenfunktion und der Ausschluss einer Immunentzündung. Ferner sind Voraussetzungen zu schaffen, die eine generelle Verordnung von Jodtabletten zur Vermeidung eines Kropfes und einer Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft und Stillzeit ermöglichen. 

Doch selbst wenn Schwangere und Stillende die Kosten für Jodtabletten selbst tragen müssten, sollte dies im Interesse ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Kinder kein Grund sein, auf diese wichtige Vorsorgemaßnahme zu verzichten. Einem Betrag von ca. 60,-- DM stehen hier die mögliche Entwicklung eines Kropfes bei der Mutter und die mögliche verminderte geistige Entwicklung des Kindes gegenüber. Mehr Eigeninitiative kommt nach Professor Bohnet in diesem Fall der eigenen Gesundheit und der des Kindes zugute. 


Jod - ein lebenswichtiges Spurenelement für den Menschen 

Jod ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muß. Das gilt ohne Ausnahme für jedes Lebensalter. 

Jod ist unentbehrlich für eine normale Schilddrüsenfunktion. Ohne Jod können die Schilddrüsenhormone nicht gebildet werden. Die Schilddrüsenhormone wiederum sind an zahlreichen lebenswichtigen Vorgängen im Stoffwechsel und bei der Kreislaufregulation beteiligt. Aber auch die Fruchtbarkeit von Mann und Frau, die normale Entwicklung des Kindes im Mutterleib und das seelische Befinden werden durch die Schilddrüsentätigkeit beeinflußt. 

Im Wachstumsalter sind die Schilddrüsenhormone besonders wichtig, denn sie beeinflussen die altersentsprechende körperliche Entwicklung sowie die Reifungsvorgänge des Gehirns und die damit verbundene intellektuelle Leistungsfähigkeit. 

Jod: Empfohlene Mengen und tatsächliche Zufuhr (in Mikrogramm (µg)Jod pro Tag)

Altersgruppe Empfohlene Menge Tatsächliche Aufnahme Joddefizit
Gestillte Säuglinge 50 - 80 40 - 50 10 - 30
Kinder, 1-9 Jahre 100 - 140 60 - 100 40
Jugendliche, Erwachsene 180 - 200 120 60 - 80
Schwangere, Stillende 230 - 260 110 - 125 120 - 135

Ausreichende Mengen an Jod kommen nur in Seefisch (Salzwasserfisch) und anderen Meerestieren vor. Nennenswert können die Jodgehalte in Milch und Milchprodukten sein, allerdings ist hier die Fütterung der Tiere ausschlaggebend. 

Die Jodierung des Speisesalzes hat sich in zahlreichen Ländern mit Jodmangel als wirksames Mittel zur Verbesserung der Jodversorgung bewährt. Auch in Deutschland gilt die Verwendung von Jodsalz im Privathaushalt als wichtige Vorbeugungsmaßnahme vor jodmangelbedingten Schilddrüsenkrankheiten. 80 Prozent der Haushalte machen davon bereits Gebrauch. 

Außerdem ist es lebensmittelrechtlich erlaubt, Brot und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnisse, Fertigprodukte und Tiefkühlwaren verschiedenster Art damit herzustellen. Die Verwendung von Jodsalz ist weiterhin für alle Bereiche der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie zugelassen und wird hier - ebenso wie in der Lebensmittelwirtschaft - dringend empfohlen. 

Der derzeitige Verbrauch von Jodsalz und das momentane Angebot von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen im lebensmittelproduzierenden Gewerbe und in der Außer-Haus-Verpflegung haben die Jodversorgung der Bevölkerung in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Trotzdem entspricht bei der Mehrzahl der Bundesbürger die Jodaufnahme noch nicht dem Jodbedarf. Gegenwärtig fehlt noch etwa ein Drittel der empfohlenen Menge. Dieses Defizit gilt es auszugleichen. 

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) prüft und prämiert in freiwilligen Qualitätswettbewerben jährlich eine Vielzahl von Lebensmitteln. Darunter auch solche, die mit Jodsalz hergestellt sind. Die mit einem DLG-Preis prämierten Back- und Wurstwaren sind unter folgenden Adressen zu finden:

Quelle: www.jodmangel.de

Arbeitskreis Jodmangel
Sprecher: 
Prof. Dr. Dr. h. c. Peter C. Scriba
Medizinische Klinik - Innenstadt, Klinikum der Universität, München
Stellvertretender Sprecher:
Prof. Dr. Rainer Hehrmann
Diakonissenkrankenhaus, Medizinische Klinik, Stuttgart
Organisationsstelle 
Postfach 1541, 64505 Groß-Gerau
Tel. 06152-40021
Fax 06152-81788
www.jodmangel.de

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