PEKiP - Das Prager Eltern-Kind-Programm

Positive Beziehung zwischen Eltern und Kind durch gemeinsames Erleben von Bewegung, Spiel und Freude.

Dr. Jaroslav Koch hat in den 50er und 60er Jahren als Kinderpsychologe am Institut für Mutter und Kind in Prag geforscht und hier den Grundstein für die heutigen PEKiP Gruppen gelegt. Im Vordergrund stehen Bewegungs- und Sinnesanleitungen für Babys im ersten Lebensjahr mit dem Ziel, die frühkindliche Entwicklung zu begleiten und zu fördern sowie eine harmonische Beziehung zwischen Eltern und Kind zu unterstützen. Besondere Bedeutung kommt dem PEKiP als vorsorgende Massnahme im Bereich der Gesundheitspflege behinderter Kinder und sozial benachteiligter Familien zu.

Seit Anfang der 70er Jahre werden Koch's Ideen auch in Deutschland umgesetzt. Die Diplompsychologin Prof. Dr. Christa Ruppelt und der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Hans Ruppelt haben gemeinsam mit anderen engagierten Fachleuten ein Konzept für das PEKiP entwickelt. Heute gibt es in Deutschland etwa 2.000 ausgebildete PEKiP GruppenleiterInnen, die im Rahmen der Familienbildung, der Sozialarbeit und im Gesundheitswesen tätig sind.

PEKiP ist wohl am ehesten ein Konzept, dass Eltern und Kindern die Möglichkeit gibt, in der Gruppe miteinander zu wachsen und voneinander zu lernen. Den Kindern (und Eltern) wird hierbei nicht etwa ein vorgefertigtes Programm serviert, vielmehr wird auf die Bedürfnisse des einzelnen Babys Rücksicht genommen. Schlaf- und Ruhephasen werden ebenso respektiert wie Hunger, dem natürlichen Bewegungsdrang und dem Bedürfnis nach körperlicher Nähe wird Rechnung getragen. Gerade in der heutigen hektischen und kopflastigen Zeit erscheint diese Idee umso wichtiger: Be-sinnen auf das Wesentliche, in Ruhe und mit Gleichgesinnten.

Die Gruppen sind im Idealfall klein - 6-8 Erwachsene und ihre Babys (etwa altersgleich) - und bleiben in diesem ersten Jahr geschlossen. Das erste Treffen findet in der 4. bis 6. Lebenswoche statt. Die Atmosphäre ist entspannt, die warme Raumtemperatur ermöglicht den Babys, sich nackt zu bewegen, Hautkontakt wird gefördert. Die Kinder sollen so schon im frühen Alter darin unterstützt werden, untereinander und zu den Erwachsenen Kontakt aufzunehmen. Die Eltern sammeln Erfahrungen und erleben bewusst die Entwicklung ihrer Babys, Erfahrungsaustausch und Respekt vor den individuellen Bedürfnissen stehen im Vordergrund.

PEKiP-Gruppen werden von speziell ausgebildeten und geschulten GruppenleiterInnen begleitet. Diese geben Spiel- und Bewegungsanleitungen, die dem jeweiligen Entwicklungsstand des Babys entsprechen und den Eltern helfen sollen, sich an den Bedürfnissen ihrer Kinder zu orientieren.

Viele Hebammenpraxen und Geburtshäuser bieten im Rahmen der ganzheitlichen Betreuung auch PEKiP-Gruppen an, ebenso die örtlichen Familienbildungsstätten, Elternschulen, Mutter-Kind-Einrichtungen, Gesundheitsämter und Familienzentren. Die Kurse müssen in aller Regel privat bezahlt werden, Gebühren liegen zwischen 8 und 15 DM/Einheit, ein Treffen dauert etwa 1 ½ Stunden.

© www.pekip.com.hk

Eine PEKiP Gruppe in Ihrer Nähe finden Sie hier:
www.pekip.de > PEKiP Gruppen (BRD bundesweit nach PLZ)

 

 

Links

 

Literatur

  • PEKiP: Spiel und Bewegung mit Babys.
    Mehr als 100 Anregungen für das erste Jahr

    Liesel Polinski
    Rororo tb, 2001; ISBN: 349960972X

     

  • Babys spielerisch fördern mit dem Prager-Eltern-Kind-Programm.
    Fähigkeiten erkennen und optimal unterstützen.
    Die 72 schönsten Spiele u. Anregungen

    Anne Pulkkinen
    Gräfe & Unzer, 1999; ISBN: 3774216029

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