Ringelröteln in der Schwangerschaft

Wie ernst ist die Krankeit zu nehmen?

Die Infektion mit dem Ringelröteln-Virus (Parvovirus B 19) ist in der Schwangerschaft ernst zu nehmen. Die Kranheit kann durch Tröpfcheninfektion und auf direktem Weg (Hautkontakt) übertragen werden. Die Inkubationszeit (= die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Kranheit) beträgt ein bis zwei Wochen. Ringelröteln (lat. Erythema infectiosum) sind nicht mit Röteln zu verwechseln. Ringelröteln gehören neben Masern, Röteln, Windpocken und Scharlach zu den Kinderkrankheiten, die mit Ausschlag einher gehen und auch Erwachsene treffen können.

Die Anzeichen einer Ringelröteln-Infektion sind häufig untypisch oder werden auch gar nicht bemerkt. Nur etwa 20% der Erkrankten haben leichtes Fieber und/oder entwickeln einen typischen Hautauschlag: anfangs eine schmetterlingsförmige Rötung auf den Wagen, später ringelförmiger Ausschlag am Körper, der sich verändern kann und nach etwa 10-14 Tagen verschwunden ist. Komplikationen sind bei entsprechender Konstitution oder Vorerkrankung möglich. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen hat Ringelröteln gehabt, oftmals ohne es zu bemerken.

Hat man Ringelröteln einmal gehabt, besteht lebenslange Immunität. Die Feststellung des Immunstatus gegen Ringelröteln ist möglich und empfehlenswert, wenn Kinderwunsch und Kontakt zu Klein- und Schulkindern besteht. Es gibt keinen Impfstoff gegen Ringelröteln.

Bei Verdacht oder bei Ausbruch von Ringelröteln in Ihrem Umfeld sollten Sie als Schwangere möglichst umgehend Ihren Arzt oder Ihre Hebamme zu Rate ziehen. Bei einer Infektion der Mutter kann das Virus über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Es besteht dann die Gefahr, dass das Ungeborene Schaden erleidet (schwere Anämie) und die Ringelröteln-Infektion unbehandelt nicht überlebt.

Weitere Informationen:
Infektionsschutz - Eine Information der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
www.infektionsschutz.de

Geburtskanal Redaktion, Juni 2014
Silvia Skolik

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