Epilepsie und schwanger

Schwanger trotz Epilepsie? Nur Mut!

Tagebuch einer Schwangerschaft (Fortsetzung)

Den 1. Teil können Sie hier lesen


26. Mai 2002 (19. SSW)

Seit heute kann auch mein Mann das 'kleine Wunder' spüren. Das war ganz schön aufregend für ihn, wo er es doch bisher immer nur aus meinen Beschreibungen kannte Jetzt kann er die Schwangerschaft endlich auch richtig mitempfinden. Aber jetzt ist auch die Angst vor der speziellen Untersuchung übermorgen größer. Was, wenn der Arzt feststellt, dass etwas nicht in Ordnung ist??? Wie würden wir damit umgehen? Wir sind schon ein bisschen nervös.


28. Mai 2002

Heute hatten wir einen Termin zur "speziellen Ultraschall-Diagnostik" in Bonn - mein Mann, das Baby und ich. Die Praxisatmosphäre war sehr angenehm, ein ruhiges, freundliches Klima. Keine Hektik, kein Stress. Wir haben auch nicht lange warten müssen. Dann wurden wir in einen kleinen abgedunkelten, aber nicht unangenehmen Raum geführt. Darin waren sowohl das eigentliche Ultraschall-Gerät als auch ein Extra-Monitor für mich als Mutter vorhanden und zwar so, dass ich mir die ganze Untersuchung bequem anschauen konnte. Die Untersuchung wurde von Herrn Dr. Weiss durchgeführt und dauerte im ganzen so ca. 45 Minuten. Allerdings empfanden sowohl das Baby als auch ich die Untersuchung als etwas anstrengend und zum Teil unangenehm. Das Baby mochte anscheinend die Ultraschallwellen nicht und hat sich ständig so gedreht, dass der Arzt nichts sehen konnte. Daher dauerte es schon allein 5 Minuten, bis der Arzt erst mal irgendetwas sehen, geschweige denn messen konnte. Aber danach ging es dann eigentlich. Die Daten wurden gleich alle im PC gespeichert. Auch eine Herz-Doppler-Untersuchung wurde gemacht. Da konnte man schon alle 4 Herzklappen sehen, ebenso den Blutfluss! Sehr eindrucks-toll !!! Das Ergebnis der Untersuchung war dann auch okay - 'soweit beurteilbar'.


03. Juni 2002

4. Vorsorgeuntersuchung: 20. SSW
Meine Gynäkologin hat sich den Brief von Herrn Dr. Weiss durchgelesen und hat uns beruhigt. Die Bemerkung in dem Brief 'soweit beurteilbar', die uns doch ein bisschen Sorgen gemacht hat, ist nur eine Absicherung des Arztes gewesen. Denn trotz der modernen Geräte sind auch heute noch nicht alle Krankheiten erkennbar. Und kein Arzt wird eine 100%ige Sicherheit geben. Daher also die Einschränkung 'soweit beurteilbar'. Wir waren dann doch sehr beruhigt. Auch das 2. Screening hat keinerlei Auffälligkeiten ergeben. Meine Gynäkologin weiß sogar schon, welches Geschlecht 'das kleine Wunder' hat. Aber mein Mann und ich wollen es nicht wissen. Wir wollen uns überraschen lassen. Eine der größten Überraschungen im Leben gespannt erwarten...


15. Juni 2002

Heute hat sich das erste Mal eine 'Beule' an meinem Bauch gebildet. Jetzt kann man das 'kleine Wunder' also auch ohne Ultraschall sehen.


01. Juli 2002

5. Vorsorgeuntersuchung: 25. SSW
Das 'Wunder' ist jetzt ca. 31 cm groß und wiegt ungefähr 1100 g. Obwohl der voraussichtliche Entbindungstermin der 15. Oktober ist, gehe ich bereits jetzt zur Geburtsvorbereitung. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Baby früher kommt. Das Gefühl hatte ich von Anfang an. Außerdem ist mit meinem Bluthochdruck nicht sicher, dass die Schwangerschaft nicht früher 'beendet werden muss'. Und dann möchte ich einfach vorbereitet sein. Lieber zu früh als zu spät. Auch mit einer der Hebammen im Krankenhaus habe ich schon gesprochen. Sie hat mir dringend empfohlen, mich rechtzeitig im Krankenhaus vorzustellen, alles genau durchzusprechen und darauf zu achten, dass alles nötige schon im voraus notiert wird. Damit es im 'Notfall' keine Pannen gibt.


29. Juli 2002

6. Vorsorgeuntersuchung: 29. SSW
Ich habe eine ziemlich unangenehme, allerdings häufige Schwangerschafts-Komplikation bekommen. Eine Anal-Thrombose, die operiert werden musste. Bei dem dreitägigen Aufenthalt im Krankenhaus habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, genaue Angaben zu machen. Es ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Meine Medikamente musste ich mir selbst mitbringen, beim Aufnahmegespräch gab es schon Probleme. Der Stationsarzt hat mich nicht ernst genommen und der Narkosearzt sprach fast kein deutsch. Das Schlimmste war, dass man mich die Nacht nach der Operation einfach so mit Schmerzen hat liegen lassen. Angeblich konnte man mir wegen der Schwangerschaft kein Schmerzmittel geben. Dabei war das im Vorfeld alles mit meiner Gynäkologin abgesprochen. Die Operation sollte unter einer Rückenmarksnarkose gemacht werden, wobei der Katheter, ähnlich wie bei einer Geburt, als Schmerzkatheter liegen bleiben sollte. So hätte man die Schmerzen nach der Operation gut lindern können. Aber trotz Intervention meiner Gynäkologin ist nicht darauf eingegangen worden. Als meine Gynäkologin das heute gehört hat, ist sie so wütend geworden, wie ich sie noch nie erlebt habe. Und ich bin mir sicher, dass diese Sache noch viel Ärger im Krankenhaus geben wird.


10. August 2002

Das Baby wächst und wächst, und mit ihm natürlich auch der Bauch. Man kann praktisch sehen, wie der Bauch jeden Tag dicker wird. Und das Baby reagiert jetzt, wenn man die Hand auf den Bauch legt und darüber streichelt. Es spielt mit der Hand, tritt und knufft dagegen. In mir wächst mit jedem Tag die Gewissheit, dass das Baby gesund sein wird. Nur ganz selten überlege ich, was wäre, wenn es doch krank ist. Wenn die Medikamente doch eine Fehlbildung verursacht haben, die nur auf dem Ultraschall nicht erkannt wurde? Eigentlich bin ich eher ein pessimistischer Mensch, aber seit ich schwanger bin und wir die starke Blutung in der 11. SSW überstanden haben, bin ich - ganz besonders was die Schwangerschaft betrifft - sehr positiv eingestellt. Auch mein Mann denkt sehr positiv und glaubt, dass das Kind gesund ist. Natürlich ist eine gewisse Unsicherheit und Angst da, aber warum an das Schlimmste denken? Das würde nur die Schwangerschaft belasten. Und wenn - natürlich würden wir auch ein behindertes Kind lieben. Immerhin ist es durch unsere Liebe entstanden!!!


13. August 2002

7. Vorsorgeuntersuchung: 31. SSW
Alles weiterhin in Ordnung. Keinerlei Auffälligkeiten. So langsam wird es schon eng. Das Baby liegt jetzt bis zum Rippenbogen. Bewegen fällt mir immer schwerer. Immer noch habe ich ein gutes Gefühl, was den Gesundheitszustand unseres Babys angeht. Eigentlich müsste ich jetzt so langsam mal fertig werden mit Kinderzimmer einrichten, aber irgendwie kann ich mich nicht dazu aufraffen. Auch ist mir überhaupt nicht nach Baby-Sachen kaufen zumute. Nicht, dass ich das Gefühl habe, wir brauchen so was nicht. Es ist eher so, dass ich mehr oder weniger in den Tag hinein lebe, weniger plane. Seltsam, dabei versuche ich sonst immer, alles so gut wie möglich durchzuorganisieren. Aber im Moment ist mir das nur lästig.


26. August 2002

8. Vorsorgeuntersuchung: 33. SSW
Weiterhin alles okay. Ich habe heute mit meiner Gynäkologin über das Stillen gesprochen. Wie sieht es mit den Medikamenten aus? Darf ich überhaupt stillen? Soll ich die Milch vorher untersuchen lassen? Auch die Entbindung an sich war ein Thema. Wie sieht es mit einem Kaiserschnitt aus? Sollen wir eine bestimmte Klinik aufsuchen? Also, ich werde, falls nicht etwas Gravierendes dazwischen kommt, in dem Krankenhaus entbinden, wo meine Gynäkologin Belegbetten hat. Da gibt es zwar keine Kinderstation, aber momentan erwartet sie überhaupt keine Komplikationen. Ein Kaiserschnitt steht ganz ganz hinten auf der Liste dessen, was meine Gynäkologin in Erwägung zieht. Sie möchte, dass es soweit wie möglich eine 'normale' Geburt wird. Zwar wird Epilepsie immer wieder als Indikation für einen Kaiserschnitt angegeben, aber sie sieht das nicht so. Allerdings ist von Anfang an eine Peridural-Anästhesie geplant, da ich neben der Epilepsie und dem Bluthochdruck noch eine Krankheit namens Fibromyalgie habe. Diese geht mit starken Schmerzen in der gesamten Muskulatur einher, bei mir vor allem im Bereich der Arme und Beine, dem Brustbein sowie der gesamten Schulterpartie. Dazu kommen noch vegetative (das vegetative, d.h. mit unserem Willen nicht beeinflussbare, Nervensystem betreffend) Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungs-störungen und Schlafprobleme. Zwar habe ich im Moment keine Schmerzen, aber mit der Anästhesie sollen zwei Faktoren umgangen werden: Die Gefahr, dass durch zu starke Schmerzen ein epileptischer Anfall ausgelöst wird, sowie die Gefahr, dass durch die Schmerzen ein zu starker Reiz ausgelöst wird, der wiederum die Erkrankung erneut aufflackern lassen könnte.


09. September 2002

9. Vorsorgeuntersuchung: 35. SSW
Zwischenzeitlich hat meine Gynäkologin Kontakt zu der Still-Beraterin im Krankenhaus aufgenommen, um genau abzuklären, wie es mit dem Stillen aussieht. Fazit: Stillen ist okay.
Das Baby ist jetzt ca. 45 cm groß und wiegt etwa 2500 g. Meine Gynäkologin meint, es sei ziemlich groß...

Auszug aus "Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit"
(Schäfer, Spielmann, 6. Auflage)
Valproinsäure
[...] Von allen bisher untersuchten Antikonvulsiva [Medikament gegen Krampfanfälle] findet sich der geringste Übergang in die Muttermilch bei Valproinsäure (z.B. Convulex, Ergenyl).
[...] Empfehlung für die Praxis:
Eine Monotherapie mit Valproinsäure ist mit dem Stillen vereinbar.


10. September 2002

Heute waren ich zu Besuch bei meiner Cousine, die Patentante werden soll. Morgens waren wir erst mal richtig schön schwimmen, dass hat dem 'Wunder' ganz offensichtlich sehr gut gefallen. Nachmittags haben wir dann Bilder gemacht - Baby-Bauch-Bilder. Wer weiß, ob ich mich so noch mal sehe... Außerdem ist es eine schöne Erinnerung und das Baby kann sich später dann auch mal so sehen. Obwohl es sich dann sicher nicht vorstellen kann, jemals in diesen Bauch hineingepasst zu haben. Aber ich fand es schon immer schade, dass es von meiner Mutter keine Bilder aus der Schwangerschaft gegeben hat. Offensichtlich machte man das 'damals' nicht.


20. September 2002

10. Vorsorgeuntersuchung: SSW: 36 +3
Seit gestern habe ich stärkste Kopfschmerzen mit Schwindel, Flimmern vor und Druck hinter den Augen. Außerdem ist mir ganz flau im Magen. Deswegen bin ich heute morgen direkt zu meiner Gynäkologin gegangen. Die war überhaupt nicht zufrieden. Der Blutdruck war 140/100 mmHg, Eiweiß im Urin und ich habe Wassereinlagerungen. Alles deutet auf eine beginnende Schwangerschaftsvergiftung hin. Dummerweise war heute der letzte Tag, bevor meine Gynäkologin in Urlaub geht. Ansonsten hätte ich morgen, auch wenn Samstag ist, auf jeden Fall noch mal bei ihr in der Praxis vorbei schauen sollen. Aber ich habe strikte Anweisungen bekommen: Egal, welches Symptom auftritt (und zwar jedes für sich genommen), ich muss sofort ins Krankenhaus: Blutdruck über 140/100 mmHg trotz Medikament, wieder Schwindel, Druck hinter den Augen, Flimmern, Bauchschmerzen, etc. Die wissen dort auch schon Bescheid. Jetzt heißt es abwarten...


Die folgenden Einträge schreibe ich nachträglich,
da sich ab dem 21. September die Ereignisse fast überschlagen haben.



21. September

Der Blutdruck stieg auf 160/100 mmHg. Beim Zähne putzen hatte ich das Gefühl, als verkrampfe sich mein ganzer Körper. Mir war übel und ich hatte wieder heftige Kopfschmerzen. Ich rief im Krankenhaus an. Der diensthabende Arzt war noch im Haus und wartete schon, als mein Mann und ich im Krankenhaus ankamen. Ein Blick in den Mutterpass und er wusste Bescheid: Meine Gynäkologin hatte ihn am Vortag noch genaustens informiert. Er wusste um die Risiken, die bei mir bestanden. Nach eingehender Untersuchung musste ich dann dort bleiben. Diagnose: EPH-Gestose, sprich: Schwangerschaftsvergiftung. Jetzt ging es nur noch darum, die Werte zu kontrollieren, den Blutdruck in den Griff zu bekommen und zu versuchen, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu halten. Ich bekam eine Dauer-Infusion mit Magnesium und wurde ans CTG angeschlossen. Die Hebamme nahm meine Daten auf. Es war zum Glück die Hebamme, mit der ich vorher gesprochen hatte und die ich bereits kannte. Es wurde absolute Ruhe angeordnet. Nicht nur Bettruhe, sondern keine Mitpatienten im Zimmer, keine Besucher, kein Fernsehen, kein Radio. Lediglich mein Mann durfte bei mir sein. Ansonsten nur Ruhe und schlafen. Und das ging nicht vor Kopfschmerzen. Gegen Abend waren leichte Anzeichen von Wehen im CTG zu sehen. Doch diese verschwanden wieder. Da meine Blutwerte in Ordnung waren, wurde eine Einleitung der Geburt weiter hinausgezögert. Zur Nacht bekam ich ein Schlafmittel, doch auch damit konnte ich nicht schlafen. Die Kopfschmerzen wurden einfach nicht besser.


22. September

Wieder wurde Blut abgenommen. Der Gynäkologe, der mich am Vortag aufgenommen hatte, kam extra, um zu schauen, ob die Werte in Ordnung waren. Na ja, sie waren zumindest soweit in Ordnung, dass eine Einleitung auf den nächsten Tag verschoben werden konnte. Auch der Blutdruck war auf 'normales' Niveau gesunken. Nur meine Kopfschmerzen und der Druck hinter den Augen, das hatte sich nicht gebessert. So lag ich dann den ganzen Tag im Bett und langweilte mich. Meinem Mann hatte der Arzt mit auf den Weg gegeben, sich für den nächsten Tag Urlaub zu nehmen.


23. September

Bereits ganz früh morgens stand der Arzt wieder in meinem Zimmer. Mein Mann allerdings war noch früher gewesen. Der Arzt bot uns folgende Möglichkeiten an: Einleitung der Geburt und abwarten oder Kaiserschnitt. Ich habe mich dann für den Kaiserschnitt entschieden. Diese Kopfschmerzen hätte ich nicht viel länger ausgehalten. Dann ging alles sehr schnell, zumindest am Anfang: Eine Hebamme kam (leider nicht die, die ich bereits kannte) und bereitete mich für die OP vor. Ein Teil des Fruchtwassers ging ab, ich war völlig irritiert, weil das CTG absolut nichts anzeigte. Dann war ich fertig vorbereitet und wartete, und wartete... Kurz vor Mittag kam dann die Hebamme mit der Mitteilung, der OP hätte angerufen, wir könnten kommen. Mein Mann hatte sich entschlossen, auf jeden Fall dabei zu sein, und ich war ihm sehr dankbar dafür! Wir machten uns also auf den Weg zum OP. Dort bekam ich eine Spinalanästhesie gesetzt, während mein Mann sich umzog. Um 12.45 Uhr kam Svenja zur Welt. Ich bekam noch mit, dass der Gynäkologe sagte: "Die ist aber ziemlich schlapp!" Danach rannte die Hebamme mit der Kleinen aus dem OP. Ich hörte Svenja leise krächzen. Die Hebamme kam noch mal kurz zurück und hielt sie mir seitlich an den Kopf, so dass ich einen kurzen Blick auf lange nasse Haare werfen konnte. Dann habe ich leider abgebaut. Ich fing an zu zittern und hektisch zu atmen. Aus Angst, ich könnte einen epileptischen Anfall bekommen, bekam ich Dormicum gespritzt. Als ich wieder wach wurde, sagte mir mein Mann, dass unser Kind per Kindernotarztwagen auf die Intensivstation einer Kinderklinik gebracht worden war. Die Atmung war schlecht gewesen und die Ärzte vermuteten, dass Svenja aufgrund des Schmerzmittels - nicht aufgrund des Antiepileptikums (!) -, welches ich nicht rechtzeitig hatte absetzen können, Atemprobleme hätte. Ich war am Boden zerstört, doch weinen konnte ich nicht. Der Kinderarzt hatte jedoch gemeint, es sei nur eine Vorsichtsmaßnahme und wahrscheinlich könne sie am nächsten oder übernächsten Tag bereits zu mir ins Krankenhaus zurückverlegt werden. Doch wir wussten ansonsten nichts: nicht wie groß sie war, was sie wog, absolut nichts. Es war einfach nur schrecklich!


Svenja - geboren am 23. September 2002
noch auf der Intensivstation

Zusammenfassung
24. September bis 19. Oktober


Aus den vermutlich 1 bis 2 Tagen wurden fst 4 Wochen Intensivstation für unsere Kleine. Es stellte sich heraus, dass es sich nicht um Atemdepressionen handelte, sondern um eine Lungenentzündung, mit der Svenja bereits zur Welt kam. Wie so etwas passieren kann, konnte uns keiner der Ärzte erklären. Wahrscheinlich wissen sie es selbst auch nicht. Svenja musste fast eine Woche beatmet werden - und obwohl uns das keiner der Ärzte gesagt hat, wissen wir, dass sie die ersten beiden Tage nur knapp überlebt hat. Weitere Schwierigkeiten im Verlauf machten ihr die ersten Lebenswochen schwer. Zum Glück war sie stark genug. 2 Wochen habe ich auf der Wöchnerinnen-Station und knapp 2 Wochen im Mutter-Kind-Zimmer der Intensiv- station verbracht. Hier konnten Svenja und ich uns zum Ende des Krankenhaus-Aufenthaltes schon mal ein bisschen aufeinander einstellen. Am 19. Oktober durfte Svenja dann mit meinem Mann und mir die Kinderklinik verlassen. Allerdings hat man uns vorher noch das Versprechen abgenommen, uns noch einmal mit Svenja dort sehen zu lassen. J


Rückblick

Wenn man Svenja heute sieht, glaubt man nicht, dass sie so einen schweren Start ins Leben hatte. Sie ist munter und quietschlebendig und hält uns alle auf Trab. Sie hat gut zugenommen und alles das aufgeholt, was sie auf der Intensivstation versäumt bzw. an Gewicht verloren hat. Wir haben viele Bilder auf der Intensivstation gemacht, damit wir nie vergessen, wie schwer der Anfang war und wie dankbar wir sein müssen, dass es fähige Ärzte und ebenso fähige wie liebevolle Kinderkrankenschwestern gibt! Diese Menschen haben um Svenjas Gesundheit gekämpft und uns immer wieder Mut gemacht und Kraft gegeben!


Hinweis

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal unbedingt darauf hinweisen, dass es KEINE Komplikationen aufgrund der Epilepsie oder des deshalb eingenommenen Medikaments gegeben hat. Der Verdacht der Atemdepressionen ergab sich aufgrund der Einnahme des Schmerzmittels Tramal, welches ich wegen einer anderen Krankheit einnehmen musste!
Die Epilepsie war während der gesamten Schwangerschaft immer das geringste Problem.

Ich hoffe, dass ich allen betroffenen, werdenden Eltern oder den Paaren, die es werden möchten, mit meinen beiden Artikeln Mut machen kann.


Geburtskanal Redaktion,
Silvia Skolik 2002

Zurück