Verhütung

Die Verhütungsmethode jeder/s Einzelnen verändert sich erfahrungsgemäss im Laufe der Zeit immer wieder. Der Entscheid über die Art des Verhütungsmittels sollte von beiden PartnerInnen gemeinsam getragen werden. Immer mehr Männer sind bereit, die Verantwortung zu teilen und die Verhütung nicht der Frau zu überlassen. Leider gibt es kein Verhütungsmittel, das man rundum optimal nennen könnte. Es gibt heute eine ganze Reihe von Möglichkeiten, sich zu schützen:

Die Verhütung mit Hormonen
Pille, Minipille, Antibabypillen der dritten Generation, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat (Implanon), hormonabsondernde Spirale (Mirena)

Diese Art von Verhütung ist nicht frei von Nebenwirkungen und unangenehmen Begleit- erscheinungen. Sie kann unter Umständen gefährliche Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben. Bei früher und langer Pilleneinnahme kann das Brustkrebsrisiko ansteigen. Durch die Hormone kann verstärkt Wassergewebe im Körper eingelagert werden. Hormone beeinflussen den gesamten körperlichen und seelischen Organismus der Frau. So haben z. Bsp. 20% der Frauen mit der hormonabsondernden Spirale keine Monatsblutung mehr.

Die Pharmakonzerne werfen laufend neue hormonelle Produkte auf den Markt. Es wird immer schwieriger, die Übersicht zu behalten. Zum Beispiel wurde der Pharmafirma Organon von der US-Medikamentenbehörde verboten zu behaupten, ihre Pille der dritten Generation sei besser als andere Produkte. Denn sie verursachen ein doppelt so hohes Thromboserisiko als die Pillen der zweiten Generation.

Natürliche Verhütung
Schleimstrukturmethode, Messen der Basaltemperatur, symptothermale Methode

Die natürlichen Methoden haben sich einen festen Platz in der Empfängnisregelung erstritten. Sie sind unabhängig von Ärztin/Arzt und beeinträchtigen das Körpergeschehen nicht. Bei dieser Methode geht es darum, durch die Beobachtung verschiedener Körperzeichen (Temperatur, Schleim, Gebärmutterhals) die fruchtbaren Tage festzustellen. Seit einigen Jahren sind teure Computer auf dem Markt, die das Eintragen auf einer Liste ersetzen, aber für eine wirkungsvolle Verhütung nicht nötig sind. Bei richtiger Anwendung gilt die natürliche Verhütung als eine der sichersten.

Mittel, die das Zusammentreffen von Ei und Samen verhindern
Kondom, Diaphragma, Portiokappe, Verhütungsschwämmchen, chemische Methoden (Schaumzäpfchen)

Der Vorteil dieser Verhütungsmittel ist ihre körperschonende Anwendung, bei richtiger Handhabung ist auch hier die Sicherheit sehr hoch. Sie müssen nur zum Einsatz kommen, wenn wirklich ein Geschlechtsverkehr stattfindet.

Sonstige Methoden
Spirale (Intra-Uterin-Pessar), Sterilisation, Coitus interruptus

Die Spirale stellt eine permanente Reizung der Gebärmutterschleimhaut dar und verhindert so die Einnistung des befruchteten Eis. Für junge Frauen, die noch nicht geboren haben, gilt die Spirale als ungeeignet. Es besteht die Gefahr von verstärkten Blutungen und Menstruationsschmerzen, Entzündungen, Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit.

Die Sterilisation stellt die endgültigste Verhütungsmethode dar. Sie lässt sich beim Mann einfacher und kostengünstiger durchführen als bei der Frau. Der ambulante Eingriff beim Mann dauert etwa 20 Minuten. Nur in seltenen Fällen und nur mit grossem Aufwand lässt er sich rückgängig machen. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft ist dann relativ gering.

Der Coitus interruptus ist eine veraltete Methode der Verhütung und gilt als sehr unsicher.

Quelle:
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www.appella.ch


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Literatur

  • Natürliche Empfängnisregelung
    Die sympto-thermale Methode - Der partnerschaftliche Weg
    Josef Rötzer
    Herder-Verlag, 2001; ISBN: 3451239833 * info

     

  • Sanfte Wege zur Empfängnisverhütung
    Sabine Thor-Wiedemann
    Falken-Verlag, 1999; ISBN: 3635605220 * info

     

  • Natürlich verhüten? Aber sicher.
    Birgit Sesterhenn
    Gräfe u. Unzer, 1999; ISBN: 3774237476 * info

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