Fragen an die Hebamme

Fliegen in der Schwangerschaft?
Im Grunde gibt es bei einer normale Schwangerschaft aus medizinischer Sicht keinen Grund, nicht zu fliegen. Die Rücksprache mit Ihrer Hebamme und Ihrem Frauenarzt versteht sich von selbst. So bekommen Sie auch Tipps und Hinweise, die auf Ihre individuelle Situation zutreffen. Beispielsweise, wenn es um die Trinkmenge an Bord, das Tragen von Kompressionsstrümpfen zwecks Thromboseprophylaxe oder die Mitnahme bestimmter Mittel oder Medikamente geht. In den letzten Jahren haben immer wieder Unklarheiten zum Schwangerschaftsalter bei einzelnen Fluggesellschaften zu Beschwerden von Schwangeren geführt, die sich unerwarteter Willkür ausgesetzt sahen. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich zum Mutterpass bei jedem Flug eine ganz aktuelle Bescheinigung vom Frauenarzt vorlegen zu können (ggf. auch in Landessprache für den Rückflug), aus der hervorgeht, zu welchem Zeitpunkt die Geburt erwartet wird, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft und die Schwangere durch den Flug nicht gefährdet ist. Sollte der Flug nach der 36. SSW erfolgen müssen oder sind in der Schwangerschaft bereits Komplikationen aufgetreten, muss die Fluggesellschaft rechtzeitig vorher direkt kontaktiert werden. Es gelten dann besondere Bedingungen. Über die gesetzlichen Regelungen bestimmter Länder zur Einreise Schwangerer gibt der Reiseveranstalter Auskunft oder die Fluggesellschaft. Generell gilt: Umfassende Information im Vorfeld hilft unangenehme Übrraschungen zu vermeiden. Ausserdem ist es hilfreich, dem eigenen Gefühl zu vertrauen, wenn es darum geht, eine Flugreise anzutreten oder nicht.

 

Schwanger trotz Pille – wie kann das passieren?
Die Wirkung der Pille basiert ganz stark auf regelmässiger Einnahme etwa zur selben Tageszeit. Ist die Wirkung der Pille unterbrochen – etwa durch Vergessen oder zeitliche Verschiebung der Einnahme oder auch durch Magen-Darm-Infektionen (Durchfall, Erbrechen), dann kann trotz Pilleneinnahme eine Schwangerschaft eintreten.


Abtreibungspille – Was sollte man wissen?
Die sogenannte Abtreibungspille, Handelsname Mifegyne®, ist in Deutschland seit 1999 zugelassen. Sie stellt eine Alternative zum instrumentellen Schwangerschaftsabbruch (Absaugen, Kürettage) dar. Der mit Mifegyne® durchgeführte medikamentöse Schwangerschaftsabbruch erfolgt durch Tabletteneinnahme an mehreren Tagen, immer nach ärztlicher Beurteilung und unter ärztlicher Aufsicht. Der Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne® ist nur innerhalb der ersten 9 Schwangerschaftswochen möglich, wirksam und gesetzlich straffrei. Die Abtreibungspille Mifegyne® stoppt hormonell den weiteren Verlauf einer eingetretenen Schwangerschaft. Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen. Manche Vorerkrankungen und medizinischen Konditionen stellen eine Kontraindikation für die Gabe von Mifegyne® dar. Die unabhängige persönliche Beratung vor einem Abbruch ist auch beim Einsatz der Abtreibungspille gesetzlich bindend und kann z.B. bei ProFamilia erfolgen, anschliessend ist eine Wartezeit von 3 Tagen vorgeschrieben.
Mehr: www.profamilia.de/erwachsene/ungewollt-schwanger/schwangerschaftsabbruch/medizinisches/mifegyne.html

 

Toxoplasmose – erste Anzeichen?
Eindeutige Anzeichen für eine frische Toxoplasmose-Infektion gibt es nicht. In aller Regel verläuft eine Infektion mit Toxoplasmose ohne spürbare Krankheitszeichen. Gelegentlich kann es aber zu Müdigkeit oder grippe-ähnlichen Symptomen kommen. Viele Menschen machen im Laufe ihres Lebens Toxoplasmose durch und sind anschliessend immun. Ob Immunität besteht, kann mit einem Bluttest festgestellt werden. In der Schwangerschaft ist eine frische Infektion nicht unbedenklich, da es zu einer Schädigung des Ungeborenen kommen kann. Bei Verdacht bitte den Arzt aufsuchen.
Mehr Information zum Thema Toxoplasmose in der Schwangerschaft:
http://geburtskanal.de/artikel-wissen/toxoplasmose-in-der-schwangerschaft.html

 

Wie ist die Lohnfortzahlung in der Schwangerschaft und nach der Geburt geregelt?
Im Rahmen des Mutterschutz-Gesetzes ist die Lohnfortzahlung für Schwangere und Mütter vor und nach der Geburt während der Zeit des Mutterschutzes geregelt und gesichert. Die übliche Schutzfrist beträgt 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt. Bei Frühgeburten und Zwillingen gibt es Sonderregelungen. Vergleichbare Mutterschutzbedingungen gelten auch in Österreich und in der Schweiz. Mehr Information und Details beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Leitfaden Mutterschutz www.bmfsfj.de
Das Mutterschutz-Gesetz im Wortlaut: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/muschg/gesamt.pdf